Leserbrief an die Zeitschrift
"Profil"?
von Dr. Christoph Abermann
Hinsichtlich
der Homöopathie nimmt Herr Ehgartner in seinem Artikel ausschließlich
Bezug auf die so genannte? Eggerstudie", die aus homöopathischer
Sicht unseriös ist. In dieser 2005 im "Lancet" veröffentlichten
Analyse untersuchte Herr Egger acht Studien, wobei sich herausstellte,
dass die in den Studien verabreichten homöopathischen Arzneimittel
nicht signifikant besser wirkten als Placebo. Das Problem ist, dass
in all diesen Studien zwar homöopathische Mittel verabreicht
wurden, aber die Auswahl der Mittel nicht nach homöopathischen
Kriterien erfolgte.
In der Homöopathie nämlich
muss der Arzt durch ein ausführliches (ca. zweistündiges)
Erstgespräch ein zum Beschwerdebild des jeweiligen Patienten
individuell passendes Arzneimittel finden. Diese und andere Grundregeln
wurden in allen acht Studien missachtet. Aus diesen Studien ein
Urteil über die Homöopathie zu fällen ist ähnlich
unangebracht, wie wenn man allen Fehlsichtigen dieselbe Brille verschreiben
würde, ohne diese individuell anzupassen, und dann behaupten
würde, Brillen helfen nicht gegen Fehlsichtigkeit.
Pei
Können homöopathische
Arzneien schaden?
von Dr. Christoph Abermann
In den meisten
Fällen verschreiben klassische Homöopathen Einmalgaben
von Hochpotenzen, d.h. Sie bekommen ein paar Globuli direkt beim
Homöopathen und danach wochenlang gar nichts; diese Arzneieinnahme
wirkt - bei richtiger Arzneiwahl - als Impuls und bringt den Heilungsprozess
in Gang, den der Organismus dann weiterführt ohne weitere Einnahmen;
nur wenn der Heilungsprozess nach Wochen oder Monaten zum Stocken
gekommen ist, ist u.U. wieder eine Einnahme nötig. Im Normalfall
werden Sie also höchstens alle paar Monate von Ihrem Homöopathen
eine Arznei bekommen (Ausnahme: Q-Potenzen). Deshalb wäre es
meiner Ansicht nach wünschenswert, dass der Gesetzgeber Maßnahmen
ergreift (z.B. Rezeptpflicht), um einen Missbrauch zu vermeiden.
Der freie Verkauf homöopathischer Arzneien in Apotheken, der
häufig zu unkontrollierten Einnahmen führt, ist aus meiner
Sicht abzulehnen.
Das Erstgespräch.
von Dr. Alexander Meisinger
In den meisten
Fällen verschreiben klassische Homöopathen Einmalgaben
von Hochpotenzen, d.h. Sie bekommen ein paar Globuli direkt beim
Homöopathen und danach wochenlang gar nichts; diese Arzneieinnahme
wirkt - bei richtiger Arzneiwahl - als Impuls und bringt den Heilungsprozess
in Gang, den der Organismus dann weiterführt ohne weitere Einnahmen;
nur wenn der Heilungsprozess nach Wochen oder Monaten zum Stocken
gekommen ist, ist u.U. wieder eine Einnahme nötig.
Im Normalfall werden Sie also höchstens alle paar Monate von
Ihrem Homöopathen eine Arznei bekommen (Ausnahme: Q-Potenzen).
Deshalb wäre es meiner Ansicht nach wünschenswert, dass
der Gesetzgeber Maßnahmen ergreift (z.B. Rezeptpflicht), um
einen Missbrauch zu vermeiden. Der freie Verkauf homöopathischer
Arzneien in Apotheken, der häufig zu unkontrollierten Einnahmen
führt, ist aus meiner Sicht abzulehnen.
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