Können homöopathische Arzneien
schaden?
In den meisten Fällen verschreiben klassische
Homöopathen Einmalgaben von Hochpotenzen, d.h. Sie bekommen ein paar
Globuli direkt beim Homöopathen und danach wochenlang gar nichts;
diese Arzneieinnahme wirkt - bei richtiger Arzneiwahl - als Impuls und
bringt den Heilungsprozess in Gang, den der Organismus dann weiterführt
ohne weitere Einnahmen; nur wenn der Heilungsprozess nach Wochen oder
Monaten zum Stocken gekommen ist, ist u.U. wieder eine Einnahme nötig.
Im Normalfall werden Sie also höchstens alle paar Monate von Ihrem
Homöopathen eine Arznei bekommen (Ausnahme: Q-Potenzen).
Zu häufig eingenommene homöopathische Arzneien können
sehr wohl Symptome verursachen und damit Schaden anrichten.
Deshalb wäre es meiner Ansicht nach wünschenswert, dass der
Gesetzgeber Maßnahmen ergreift (z.B. Rezeptpflicht), um einen Missbrauch
zu vermeiden. Der freie Verkauf homöopathischer Arzneien in Apotheken,
der häufig zu unkontrollierten Einnahmen führt, ist aus meiner
Sicht abzulehnen.
Aus demselben Grund ist es auch wichtig, dass Sie sich an die von Ihrer
Homöopathin / Ihrem Homöopathen vereinbarte Dosierung der Arznei
halten, sollte er / sie Ihnen eine Arnei mit nachhause gegeben / verschrieben
haben.
Zur Illustration und Begründung dieser Ansicht hier die Zusammenfassung
eines Artikels, den Dr. Abermann gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Reiter
(Gerichtsmedizin Wien) in der Zeitschrift für klassiche Homöopathie
(ZKH) publiziert hat: darin wird von einer Patientin berichtet, die selbständig
über viele Wochen eine homöopathische Arznei eingenommen hat
und schlussendlich an den Folgen der durch diese Arznei hervorgerufenen
Symptome verstorben ist:
Zusammenfassung:
Von seiten der Schulmedizin wird die Homöopathie
meist als harmlos dargestellt; häufig wird die Meinung vertreten,
dass homöopathische Arzneien nicht nur nichts Positives bewirken,
sondern insbesondere keinen Schaden anrichten können. Es werden in
diesem Artikel zuerst die Meinungen namhafter Homöopathen zum Thema
der Harmlosigkeit homöopathischer Arzneimittelprüfungen erörtert
und in der Folge ein Fallbeispiel demonstriert, bei dem eine ungewollte
Arzneimittelprüfung zu einem letalen Ausgang führte. Weiters
werden mögliche Schlussfolgerungen aus diesem Fall diskutiert.
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